Chameleon
Chamaeleo calyptratus
auch bekannt als Jemenchamäleon

Abstammung / Herkunft
Die Familie der Chamäleons ist bereits mehr als 60 Millionen Jahre alt. Innerhalb dieser Familie gibt es derzeit 160 verschiedene Arten mit fast 190 Unterarten. Man unterscheidet zwischen 2 Unterfamilien: den echten Chamäleons (Camaeleonidae) und den Erd- und Stummelschwanzchamäleons (Brookesiinae)

Natürlicher Lebensraum
Wie der deutsche Name schon sagt kommt Chamaeleo calyptratus in der Hauptsache aus dem Jemen. Das Verbreitungsgebiet ist ein auf 1200 – 2000 Metern gelegenes, langgestrecktes Tal, welches komplett von Bergzügen umschlossen ist. In dieser Region herrscht ein tropisches Klima mit periodischen Niederschlägen. Chamaeleo calyptratus besiedelt die unterschiedlichsten Biotope und hält sich meist in einer Höhe von 2-3 Metern auf Bäumen auf. Lediglich zum schlafen ziehen sie sich in die äußersten Astspitzen zurück.

In der Natur sind bereits männliche Exemplare mit einer Gesamtslänge von ca. 60 cm und Weibchen mit einer Länge von 45 cm gesichtet worden. Im Terrarium werden diese Tiere aber maximal 50 cm lang, die Weibchen bleiben etwas kleiner. Der Geschlechtsdimorphismus ist insbesondere bei adulten Tieren stark ausgeprägt. Typisch für die Männchen ist die stattliche Größe, der bis zu 8 cm hohe Helm sowie die Sporne auf den Hinterfüßen. Die Farbe der Tiere kann stark variieren. Die Skala reicht dabei von Grün-, Blau- und Grautönen, über gelb und orange bis hin zu weißen und schwarzen Elementen. Chamaeleo calyptratus ist nach ca. 12 Monaten ausgewachsen.

Schutzstatus
Das Jemenchamäleon ist nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen (WAII) geschützt. Als Halter benötigt man einen Herkunftsnachweis und muss die Haltung der Tiere außerdem der Behörde melden. (Bei uns: Untere Landschaftsbehörde Kreis Unna, Platanenallee 16, 59425 Unna, Tel.: 02303 27-2470 Fax.: 02303 27-1297, Frau Stephanie Wabbels)

Außerdem ist das Tierschutzgesetzt für jeden Halter bindend. Dieses besagt in Kurzform, dass ein Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend ernährt, gepflegt und untergebracht werden muss. Dabei darf die Möglichkeit des Tieres zu artgerechter Bewegung nicht so eingeschränkt werden, dass ihm Schmerzen, vermeidbare Leiden oder sonstige Schäden zugefügt werden. Jeder Tierhalter muss außerdem über Kenntnisse und Fähigkeiten für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung der Tiere verfügen.

Allgemeines / Verhalten
Zwar ignorieren sich die Weibchen von Chamaeleo calyptratus gegenseitig, während der Trächtigkeit werden sie aber unverträglich, weshalb von einer Gruppenhaltung abzuraten ist. Eine Haltung von 2 Männchen in einem Terrarium ist aufgrund des ausgeprägten Revierverhaltens der Tiere auf keinen Fall möglich.

Begegnen sich zwei ebenbürtige Männchen von Chamaeleo calyptratus kann man Zeuge eines heftigen Schauspiels werden. Die Tiere flachen ihre Körper ab und blähen den Kehlsack auf. Sie nicken mit dem Kopf, geben bei geöffnetem Maul zischende Laute von sich und rollen die Schwänze ein und aus. Der Körper schwankt langsam hin und her und offenbart dabei die grellsten Farben. Dem Imponiergehabe folgt in der Regel ziemlich schnell ein heftiger Kampf, der erhebliche Verletzungen verursachen kann.

Jemenchamäleons decken den größten Teil Ihres Wasserhaushaltes durch das Auflecken der Tropfen von Einrichtungsgegenständen und Pflanzen. Das Terrarium muss daher 1 – 2 x täglich mit einer Handsprühpumpe ausgiebig übersprüht werden. Hierzu sollte lauwarmes Wasser verwendet und Staunässe unbedingt vermieden werden. Durch den zeitweisen Einsatz einer Beregnungsanlage kann dieser Vorgang leicht automatisiert werden. Mit viel Geduld des Pflegers lassen sich die Tiere aber auch an das Trinken von einer Pipette oder Tropftränke gewöhnen.

Der Einsatz eines Wasserfalls ist nur zu empfehlen, wenn dieser vom Chamäleon nicht zum Trinken genutzt wird. Das bewegte Wasser wird von einigen Chamäleons als solches erkannt und somit getrunken. Da es aber nahezu unmöglich ist, einen Wasserfall täglich komplett und gründlich zu reinigen, sollte in solchen Fällen lieber auf den Einsatz verzichtet und das Tier anderweitig getränkt werden.

Ernährung
In Punko Ernährung sind Jemenchamäleons nicht sonderlich wählerisch. Sie fressen allerlei Insekten wie Heimchen, Heuschrecken, Fliegen und Würmer. Lediglich schwarze Käfer werden häufig verschmäht. Dafür werden von einigen Tieren auch Blätter oder Blüten und sogar (grünes) Obst angenommen. Stellen Sie in einem solchen Fall sicher, dass sich keine für das Tier giftigen Pflanzen im Terrarium befinden.

Auf unbelasteten Wiesen (ohne Dünger, Pestizide, Autos, Industrie…) oder im eigenen Garten kann man seinem Tier in den Sommermonaten ein sehr nährstoffreiches Futter selber fangen. Unsere heimischen Insekten werden auch als Wiesenplankton bezeichnet. Sie sind reich an Nährstoffen und durch die große Artenvielfalt ein sehr abwechslungsreiches Futter. Aber egal ob in der freien Natur oder im heimischen Garten – auch bei Insekten muss auf den Artenschutz geachtet werden. So ist z. B. das bekannte grüne Heupferd nach der Bundesartenschutzverordnung streng geschützt.

Jemenchamäleons decken den größten Teil Ihres Wasserhaushaltes durch das Auflecken der Sprühwassertropfen von Einrichtungsgegenständen und Pflanzen. Das Terrarium muss daher bei Jungtieren 1 x täglich, bei adulten Tieren je nach Trinkgewohnheiten alle 2 Tage mit einer Handsprühpumpe ausgiebig übersprüht werden. (siehe auch Luftfeuchtigkeit) Hierzu sollte lauwarmes Wasser verwendet und Staunässe unbedingt vermieden werden. Durch den zeitweisen Einsatz einer Beregnungsanlage kann dieser Vorgang leicht automatisiert werden. Mit viel Geduld des Pflegers lassen sich die Tiere aber auch an das Trinken von einer Pipette oder Tropftränke gewöhnen. Um eine ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit sicherzustellen, sollte man diese Tiere 2 x in der Woche tränken.

Während Jungtiere und trächtige Weibchen von Chamaeleo calyptratus täglich gefüttert werden sollten, kann man bei adulten Exemplaren ohne Probleme 1 bis 2 Fastentage pro Woche einlegen.

Terrarium / Einrichtung
Das Jemenchamäleon ist das am häufigsten im Terrarium gehaltene Chamäleon. Es kann in einem großen und reich bepflanzten Becken auch paarweise gehalten werden.

Für das Wohlbefinden von Chamaeleo calyptratus ist eine gute Belüftung des Terrariums wichtig. Stickluft sollte unbedingt vermieden werden. Eine ausreichende Belüftung erreicht man durch das Anbringen großzügiger Gazeflächen und/oder den Einbau eines kleinen Ventilators (PC-Ventilator). Die Belüftung gilt als ausreichend, wenn das Terrarium maximal 2 Stunden nach ausgiebigem Sprühen wieder komplett abgetrocknet ist. Da die Tiere baumbewohnend sind und zudem gerne klettern, ist eine ausreichende Höhe des Beckens von besonderer Bedeutung. Durch den Einsatz von echten Pflanzen kann der natürliche Lebensraum von Chamaeleo calyptratus gut simuliert werden. Sie bieten den Tieren viele weitere Kletter- und Versteckmöglichkeiten, eine schöne Optik und tragen zudem zum tropischen Klima im Terrarium bei. Am besten geeignet ist der Ficus sowie verschiedene Farne, Sukkulenten, Bromelien oder Tillandsien. Bitte achten Sie jedoch darauf, dass die gewählten Pflanzen keinerlei Dünger oder sonstige Schadstoffe enthalten.

Als Bodengrund eignet sich für Jemenchamäleons am besten Sand oder ein Gemisch aus Sand und Erde, da dies die Feuchtigkeit sehr gut speichert bzw. wieder abgibt und so die Luftfeuchtigkeit im Terrarium etwas erhöht.


Messgeräte für Temperatur und Luftfeuchtigkeit runden die Einrichtung eines artgerechten Terrariums ab. Am besten bringt man je ein Thermometer an der wärmsten sowie an der kühlsten Stelle des Beckens an. So kann ziemlich genau überprüft werden, ob das gewünschte Temperaturgefälle erreicht wird und alle benötigten Temperaturzonen vorhanden sind.

Im Terrarium ist oft zu beobachten, dass jedes Tier seinen eigenen Lieblingsplatz zum Schlafen oder Sonne tanken hat. Bei der Haltung mehrerer Tiere in einem Becken sollten also auch mehrere Sonnen- und Schlafplätze zur Verfügung angeboten werden. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Jemenchamäleons insbesondere Kokosnetze gerne als zusätzliche Klettermöglichkeit oder Schlafplatz nutzen.

Beleuchtung / Klima
Um Chamäleons gesund und artgerecht zu halten, ist das richtige Licht einer der wichtigsten Faktoren. Die Terrarienbeleuchtung hat in vielerlei Hinsicht Einfluss auf das Leben, das Verhalten und die Entwicklung der Tiere. In der Terrarienhaltung sind drei Facetten des Sonnenlichtes von Bedeutung: sichtbares Licht, infrarotes Licht und ultraviolettes Licht. Das „richtige“ Licht ist also leider nicht mittels einer einzelnen Lampe herzustellen. Denn vereinfacht gesagt, sollte es ausreichend Wärme, Helligkeit und dass richtige Spektrum bieten.

Für Jemenchamäleons besteht unserer Ansicht nach die ideale Beleuchtung aus einem HQI-Strahler für die Helligkeit, einem UV-Flächenstrahler fürs UV-Licht sowie diversen Wärmespots als lokale Sonnenplätze.

UV-B Strahlung ist für einen besonders wichtigen Stoffwechselprozess des Jemenchamäleons Voraussetzung. Sie bewirkt, dass das für den Knochenaufbau und den Blutkalziumspiegel wichtige Vitamin D3 gebildet werden kann. Futterzusätze als alleinige Vitamin D3 Quelle reichen nicht aus und können allenfalls als sinnvolle Ergänzung gesehen werden. Mangelt es den Tieren an UV B Licht, sind schwerwiegende Stoffwechselerkrankungen (u. a. Rachitis) die Folge. Das fehlende Kalzium wird den Knochen entzogen und die fortschreitende Entmineralisierung des Körpers führt zu Knochenerweichungen. Die Tiere fangen an zu zittern, es kommt zu Knochendeformierungen und -brüchen und letztendlich zum qualvollen Tod des Tieres. Oft kann nur durch eine langwierige Behandlung das Leben des Tieres gerettet werden. Einmal aufgetretene Deformierungen sind jedoch irreparabel und bleiben dauerhaft bestehen.

UV-A Licht kann von Reptilien im Gegensatz zum Menschen wahrgenommen werden. Beim Einsatz von UV-A Licht können die Tiere ihre Umwelt besser wahrnehmen, sind aktiver, fressen besser und verpaaren sich unter umständen auch lieber.

UV-Flächenstrahler sind ideal, um Ihre Tiere regelmäßig extern, oder bei entsprechend großen Becken auch im Terrarium zu Bestrahlen und sie so mit den nötigen UV-Strahlen zu versorgen. Diese Lampen verfügen über ein integriertes Vorschaltgerät und können in jede handelsübliche E27 Porzellanfassung geschraubt werden. Die 300 Watt Flächenstrahler (z. B. Osram Ultra Vitalux, Sanolux) sollten nicht dauerhaft in Betrieb sein, da dies Schäden an Haut und Augen der Tiere verursachen kann. Tropische Tierarten wie das Chamäleons benötigen etwas weniger UVB-Strahlung, da das teilweise dichte Blätterdach vieler Regenwälder weniger direkte Sonnenstahlung durchlässt. Hier reicht der Einsatz eines Flächenstrahlers 2-3 x in der Woche für jeweils 30 Minuten. Die Beleuchtungsdauer sollte nicht unterschritten werden, da die Lampe alleine 15 Minuten benötigt, um die maximale UVB-Abstrahlung zu erreichen.

Der Abstand von der Lampe zum Tier sollte aufgrund der hohen Leistung 80 cm nicht unterschreiten. UV-Flächenstrahler sind daher nur in sehr großen Terrarien für eine feste Installation geeignet. Ist dies nicht möglich, können die Tiere auch außerhalb des Beckens mit UV-Licht versorgt werden. Setzten Sie das Chamäleon dazu einfach in eine Faunabox oder auf eine Zimmerpflanze und platzieren Sie den UV-Strahler in entsprechendem Abstand darüber. Hierzu kann man z. B. die Fassung einer Schreibtischlampe oder spezielle Klemmlampen verwenden. Bei einem offenen Terrarium kann die Lampe aber auch einfach darüber gehängt und mittels Zeitschaltuhr gesteuert werden. Bitte beachten Sie jedoch, das Glas UV-Licht filtert! Das Terrarium sollte also oben wirklich komplett offen oder aber mit einem UV-durchlässigen Gazetop versehen sein.

Luftfeuchtigkeit
Bei ausgewachsenen Tieren sollte die Luftfeuchtigkeit bei etwa 60% liegen und darf kurz nach dem Sprühen kurzzeitig auf 100% ansteigen. Sofern die Tiere an das Trinken via Tropftränke oder Pipette gewöhnt sind, reicht ein Übersprühen des Terrariums alle 2 bis 3 Tage aus. Wenn die Tiere allerdings ihren Flüssigkeitshaushalt alleine durch das Auflecken der Tropfen von Einrichtungsgegenständen und Blättern decken, muss natürlich täglich gesprüht werden – genauso wie bei Jungtieren von Chamaeleo calyptratus.

Die Verwendung von Nebelanlagen, Fasserfalle oder Wasserbehälter sind nicht zu empfehlen, da diese sehr große keim bzw bakterien träger sind. Deshalb empfehle ich niemanden diese bei Chameleons einzusetzen.

Eine lüftfeuchtigkeit von konstant 50% bis 80% sind ebenfals nicht ratsam. Es reicht vollkommen aus das 2 mal Täglich mit eine Sprüher das terra einzusprühen so das sich Tau auf den blettern/Pflanzen bildet, und nach kurzer zeit verdunstet sind. Das Terra muss nich timmer feucht gehalten werden, weil auch dadurch wieder Bakterien entstehen.

Grundbeleuchtung
Das Jemenchamäleon ist tagaktiv und hat ein hohes Bedürfnis nach Helligkeit und Strahlungswärme. Als Terrarienbeleuchtung empfehlen wir daher den Einsatz von HQI-Licht, welches eine sehr hohe Helligkeit bei niedrigem Energieverbrauch erzeugt. Dies erhöht sowohl die Aktivität als auch das Wohlbefinden und Fressverhalten der Tiere.

Wie alle Reptilien sind auch Jemenchamäleons aufgrund ihrer Anatomie und ihres Stoffwechsels wechselwarme Lebewesen. Sie sind also nicht in der Lage, ihre Körpertemperatur durch Nahrungsverbrennung selbstständig aufrecht zu erhalten sondern regulieren diese stattdessen durch die Umgebungstemperatur. Neben der UV-Beleuchtung sollte das Terrarium daher außerdem mit einem Wärmespot pro Tier ausgestattet sein, der lokale Temperaturen von bis zu 40°C erzeugt und welchen die Tiere nach Bedarf aufsuchen bzw. meiden können. Im übrigen Terrarium sollten tagsüber Temperaturen von 25 – 30°C und Nachts von 18 – 22°C herrschen.

Beleuchtungsdauer
Die Beleuchtung sollte automatisiert über eine Zeitschaltuhr gesteuert werden, denn manuell ist nur schwer ein regelmäßiger Tagesablauf zu simulieren. HQI und Wärmespots sollten etwa 12 Stunden täglich in Betrieb sein, der UV-Flächenstrahler wird entweder regelmäßig hinzugeschaltet oder man bestrahlt die Tiere extern.

Chameleon
Zucht
Reptilienhalter sollten stets bestrebt sein, ihre Tiere zu vermehren, zum einen verringert das die Entnahme von Wildfängen erheblich und zum anderen sind eigene Nachzuchten ein unbeschreibliches Erfolgserlebnis. In Deutschland werden mittlerweile hauptsächlich Nachzuchten angeboten.

Jemenchamäleons können bereits nach 6 Monaten geschlechtsreif werden, jedoch sollte die Verpaarung frühestens nach 12 Monaten stattfinden, ansonsten hat das Weibchen eine sehr geringe Lebenserwartung und wird im Höchstfall nur zwei bis drei Jahre alt.

Richtige Partnerwahl
Normalerweise harmonieren Jemenchamäleonpärchen miteinander, nur in Ausnahmefällen muss ein neues Zuchtpaar zusammengestellt werden. Es sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass es sich um blutsfremde Tiere handelt. Inzuchttiere sind anfälliger für Krankheiten und zeigen manchmal ein abnormales Verhalten.

Paarungsverhalten und Trächtigkeit
In den meisten Fällen sind Männchen sehr paarungswillig. Ein Weibchen kann jährlich bis zu vier Gelege haben. Bei der Balz präsentiert sich das männliche Jemenchamäleon in seiner schönsten Farbpracht. Dabei flacht es den Körper ab und steht dem Weibchen seitlich gegenüber, um möglichst groß zu wirken, er bläht seine Körpermasse auf und nähert sich mit nickenden und schaukelnden Bewegungen dem weiblichen Tier.

Falls das Jemenchamäleonweibchen paarungsunwillig ist, so wechselt es von einer Grünfärbung zu einer Braun- bis Schwarzfärbung und faucht das Männchen an. Wenn es nun seine Annährungsversuche nicht abbricht, kann es vorkommen, dass das Weibchen zubeißt oder einfach nur flieht. Sporadisch wehrt sich das Chamäleonmännchen, indem das Weibchen mit Helmstößen auf Distanz gehalten wird.

Bei einer Paarungsbereitschaft nähert sich das Männchen dem Weibchen von hinten und steigt auf dessen Rücken. Nun wird es am Weiterlaufen gehindert und das weibliche Tier hebt leicht den Schwanz und die Kloakeregion an.

Nun beginnt die Paarung bzw. Kopulation. Die Kopulationsdauer beträgt bis zu 30 Minuten und kann mehrmals am Tag erfolgen.

Dieses Paarungsverhalten kann einige Tage anhalten. Eine erneute Paarungsbereitschaft erfolgt 60 bis 120 Tage nach der Eiablage. Das Weibchen ist nur phasenweise paarungswillig, in einem Zeitraum von bis zu 15 Tagen zeigt sie die Bereitschaft zu Fortpflanzung.

Sobald das Weibchen tragend ist, sollte es vom Männchen getrennt werden. Damit es das Männchen nicht mehr bedrängen kann, ansonsten würde das trächtige Chamäleon zu viel Stress haben und es könnte im schlimmsten Fall zu einer Legenot kommen.

Die Trächtigkeit ist sehr Kräfte zehrend, deshalb sollte während dieser Phase das weibliche Tier täglich gefüttert werden. Manche Weibchen nehmen in den letzten Tage vor der Eiablage kein Futter mehr an.

Eiablage und Zeitigungsdauer
Nach einer Paarung werden ca. 30 Tage später 20 – 80 Eier abgelegt. Meistens führt das Chamäleonweibchen vorher Probegrabungen durch. Als Eiablageplatz hat sich ein Blumentopf bewährt. In das Gefäß wird eine ca. 20cm hohe Sandkastensandschicht gefüllt. Der Sand darf nur leicht angefeuchtet werden, weil er sonst zu schwer ist. Nach Beendigung der Eiablage buddelt sie den Tunnel wieder zu. Dieser Vorgang nimmt einige Stunden in Anspruch.

Danach benötigt das Weibchen unbedingt Flüssigkeit und Futter, damit es schnell zu Kräften kommt. Die ersten vier Wochen nach der Eiablage ist eine tägliche Fütterung besonders wichtig, damit das weibliche Tier wieder an Substanz zulegen kann. Die Eier sollten nun vorsichtig ausgegraben werden. Anschießend werden sie in mit Deckel verschließbaren Heimchendosen gelegt. Als Brutsubstrat verwenden wir leicht angefeuchtetes Vermiculite (erhältlich im Zoofachhandel).

Das Substrat ist bestens für diese Zwecke geeignet, da es sehr viel Feuchtigkeit speichert, ohne dabei zu schimmeln. Danach werden die verschlossenen Heimchendosen in einen Brutkasten (Inkubator) überführt.

Schlupf und Aufzucht
Kurz bevor die Jemenchamäleonjungtiere schlüpfen, fangen die Eier an zu schwitzen und fallen danach ein.

Manchmal kommt es zu einem Massenschlüpfen. Es ist aber auch möglich, dass die Jungtiere über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen schlüpfen.

Chamäleons, die nicht selbständig aus dem Ei herauskommen, sollten nicht aus dem Ei geholt werden. Ich weiß, dass viele zu dieser Thematik eine andere Meinung haben. Aber so ist nun mal das Naturgesetz, nur die Starken überleben und sorgen für überlebensfähige Nachkommen mit “gesunden” Genen.

In den ersten Tagen zehren die Jungtiere von ihrem Dottersack. Erst nach dem dritten bis vierten Tag sollte das erste Mal mit kleinen Mikroheimchen (Acheta Domesticus) oder großen Fruchtfliegen (Drosophila hydei) gefüttert werden.
Junge Jemenchamäleons müssen bis zum sechsten bis siebten Lebensmonat täglich gefüttert werden.

Lebeswichtige Vitamine bei Nachtuchten
Die Futtertiere sollten immer mit einem Mineralstoff- Vitaminpräparat bestäubt werden, ansonsten kommt es zu Mangelerscheinungen. Eine sehr häufig daraus resultierende Krankheit ist die Rachitis. Sie entsteht durch Vitamin D3 – und Calciummangel. Ein empfehlenswertes Bestäubungspräparat ist Korvimin ZVT + Reptil oder AminoRepF. Es ist beim Tierarzt erhältlich. Zusätzlich kann noch Calciumpulver beigemischt werden.

Sobald die Chamäleons größere Futtertiere bewältigen können, müssen sie abwechselungsreich gefüttert werden. Damit die Jemenchamäleonjungtiere genügend Flüssigkeit erhalten, sollte das Terrarium 2mal täglich mit lauwarmen Wasser übergebraust werden.

Sie lecken und schiessen die Tropfen von der Scheibe und den Blättern. Außerdem können sie noch zusätzlich mit einer Pipette getränkt werden.

Die Jungtiere benötigen schon kurz nach ihrer Geburt ausreichend Platz. Die Kletterfreiheit fördert die Stärkung des passiven und aktiven Bewegungsapparates. Mit zunehmender Größe sollten die Jungtiere nach ca. vier bis fünf Monaten in ein größeres Becken umgesetzt werden.

Jungen Chamäleons können aber auch gleich in ein Terrarium gesetzt werden, das für adulte Tiere gedacht ist. Jedoch müssen sie dann einen Fütterplatz gewöhnt werden, da sonst die Futterdichte zu gering ist.

Das Terrarium kann wie bei den Elterntieren eingerichtet, nur das im Becken statt dicke Äste dünne sein müssen.

Eine Futterstelle kann z.B. eingerichtet werden, indem man auf halber Beckenhöhe eine Heimchendose zwischen die Zweige klemmt. Bei der

Temperatur ist zu beachten, dass sie nicht 27 °C überschreiten sollte, weil die Jungtiere sonst an einem Hitzetot sterben könnten, im Becken müssen unbedingt noch kühlere Temperaturzonen (Zimmertemperatur ca. 20°C – 22°C) vorhanden sein.

Auf Bodengrund sollte unbedingt verzichtet werden, da beim Schiessen der Beutetiere eventuell Erde mitverschluckt wird. Stattdessen kann der Terrariumboden mit Papiertüchern ausgelegt werden. Anfänglich ist es möglich, alle Jungtiere zusammen zu halten. Das funktioniert aber nur in den ersten Lebenswochen, danach müssen sie in kleine vierer Gruppen (ein Männchen und drei Weibchen) getrennt werden. Ansonsten würde das für die Tiere Dauerstress bedeuten.

Die Folgen wären ein abnormales Verhalten, Zwergwüchsigkeit und im schlimmsten Fall der Tod. Nachzuchten können frühestens nach 8 bis 12 Wochen abgegeben werden, aber lieber später als zu früh! Dieses ist abhängig von der Größe und “Futterfestigkeit” des jeweiligen Tieres, deswegen ist der genannte Zeitraum nur eine Richtangabe.


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