
Furcifer Pardalis
auch bekannt als Pantherchameleon
Abstammung / Herkunft
Furcifer pardalis gehört zur Familie der Chamäleons welche bereits mehr als 60 Millionen Jahre alt ist. Innerhalb dieser Familie gibt es derzeit 160 verschiedene Arten mit fast 190 Unterarten. Man unterscheidet zwischen 2 Unterfamilien: den echten Chamäleons (Camaeleonidae) und den Erd- und Stummelschwanzchamäleons (Brookesiinae).
Die echten Chamäleons Madagaskars werden in die Gattungen Furcifer und Calumma eingeteilt. Furcifer (lat.: Furca = die Gabel, lat.: ferre = tragen; „der Gabeltragende“) steht für die Gattung im Allgemeinen, pardalis bezeichnet die genaue Art (lat.:pardalis = pantherähnlich)
Die immer moderner werdenden Forschungsmethoden und –möglichkeiten führen derzeit zu immer neuen Nachweisen verschiedener Verwandschaftsverhältnisse und somit zu neuen Einteilungen innerhalb der Chamäleons. Das Pantherchamäleon wurde erst 1986 in die Gattung Furcifer gestellt. Vorher bezeichnete man diese Art als Chamaeleo pardalis.
Natürlicher Lebensraum
Furcifer pardalis lebt endemisch auf Madagaskar sowie auf den vorgelagerten Inseln Nosy-Be und Nosy-Boraha. Trotz seines großen Verbreitungsgebietes haben sich bis heute noch keine Unterarten entwickelt. Man kann jedoch anhand der Färbung dieser Tiere grob nach ihrem Verbreitungsgebiet einordnen. Die bekanntesten Lokalformen sind zum Beispiel Nosy Be; Ambilobe, Diego Suarez, Ambanja, Nosy Komba, Joffreville, Sambava, Tamatave und Nosy Mitsio.
Der charakteristische Lebensraum des Pantherchamäleons zeichnet sich durch sein feucht-warmes Klima aus. Die Tiere sind an kein spezielles Biotop gebunden sondern werden sowohl am Rande von Tieflandregenwäldern als auch auf Sträuchern oder Plantagen angetroffen. Für die Wahl ihres Lebensraumes ist eine relativ hohe Sonneneinstrahlung wichtig.
Im Verlaufe eines Jahres weist das Klima auf Madagaskar einen speziellen Zyklus auf. In der Regel bestimmt eine lange Regenzeit von November bis März und eine Trockenzeit in den restlichen Monaten das Klima. Doch selbst in der Trockenzeit ist eine relative Luftfeuchte von immerhin noch 60% keine Seltenheit.
Schutzstatus
Das Pantherchamäleon ist nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen (WAII) geschützt. Als Halter benötigt man einen Herkunftsnachweis und muss die Haltung der Tiere außerdem der Behörde melden. (Bei uns: Untere Landschaftsbehörde Kreis Unna, Platanenallee 16, 59425 Unna, Tel.: 02303 27-2470 Fax.: 02303 27-1297, Frau Stephanie Wabbels)
Außerdem ist natürlich das Tierschutzgesetzt für jeden Halter bindend. Dieses besagt in Kurzform, dass ein Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend ernährt, gepflegt und untergebracht werden muss. Dabei darf die Möglichkeit des Tieres zu artgerechter Bewegung nicht so eingeschränkt werden, dass ihm Schmerzen, vermeidbare Leiden oder sonstige Schäden zugefügt werden. Jeder Tierhalter muss außerdem über Kenntnisse und Fähigkeiten für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung der Tiere verfügen.
Allgemeines / Verhalten
Die Haltung eines Chamäleons erfordert Hintergrundwissen und Sensibilität. Die Tiere lassen sich Schwäche oder Krankheit lange nicht anmerken – in der Natur ist dieses Verhalten überlebenswichtig. Erkennt man im Terrarium nicht früh genug dass dem Tier etwas fehlt, kann es unter Umständen bereits zu spät sein. Für Terraristik-Neulinge ist die Haltung von Chamäleons daher nicht zu empfehlen.
Furcifer pardalis ist aber gut für den Einstieg in die Chamäleonhaltung geeignet – d. h für Menschen, die bereits andere Tiere erfolgreich gepflegt haben und sich nun erstmals an die Haltung eines Chamäleons wagen wollen. Schafft man dem Tier den richtigen Jahreszyklus mit entsprechenden Temperatur- und Luftfeuchtigkeitswerten ist das Pantherchamäleon in der Regel sehr unkompliziert in der Pflege und robust gegenüber Krankheiten. Mit der richtigen Technik lassen sich außerdem viele Vorgänge leicht automatisieren. Dennoch muss man sich darüber im Klaren sein, dass ein solches Tier nahezu täglich versorgt, beobachtet und kontrolliert werden muss.
Die Faszination liegt für Viele in den interessanten Verhaltensweisen und der außergewöhnlichen Optik dieser Tiere. Die riesige Farbvielfalt macht das Pantherchamäleon zu einer der beliebtesten Chamäleonarten. Allerdings sind Chamäleons keine „Schmusetiere“ und sehr stressanfällig. Mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen ist es aber möglich, das Tier an sich zu gewöhnen und zumindest toleriert zu werden. Pantherchamäleons sind in der Lage, Menschen voneinander zu unterscheiden und ihren Pfleger zu erkennen. Je weniger Stress sie haben, umso zutraulicher werden die Tiere. Sie beobachten sehr genau, was um sie herum passiert und flüchten nur selten. Vielmehr warnen sie, wenn man ihnen zu nahe kommt. Dabei drehen sie sich zur Seite, blähen sich auf und fangen unter Umständen sogar an zu fauchen. Wart man dann nicht die Distanz, wird das Chamäleon versuchen zu beißen, was bei ausgewachsenen Exemplaren durchaus schmerzhaft sein kann.
Man sollte ein Pantherchamäleon niemals einfach von oben packen und aus dem Terrarium nehmen, da dies an einen Beutegreifer erinnert und erheblichen Stress beim Tier verursacht. Außerdem kann ein solch rabiates Vorgehen durch plötzliche Fluchtreaktionen des Chamäleons zu Verletzungen führen. Ist ein Handling wirklich nötig, nähert man sich am besten langsam von unten und lässt das Tier von selbst auf die Hand klettern.
Ernährung
Insekten wie Heimchen, Grillen, Schaben, Fliegen, Heuschrecken, Rosenkäferlarven und hin und wieder Zophobas oder Mehlwürmer bildenden den hauptsächlichen Speiseplan dieser Tiere. Für etwas Abwechslung können Stabheuschrecken, Gottesanbeterinnen oder Asseln sorgen. Das Lebendfutter sollte regelmäßig mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert werden.
Auf unbelasteten Wiesen (ohne Dünger, Pestizide, Autos, Industrie…) oder im eigenen Garten kann man seinem Tier in den Sommermonaten ein sehr nährstoffreiches Futter selber fangen. Unsere heimischen Insekten werden auch als Wiesenplankton bezeichnet. Sie sind reich an Nährstoffen und durch die große Artenvielfalt ein sehr abwechslungsreiches Futter. Aber egal ob in der freien Natur oder im heimischen Garten – auch bei Insekten muss auf den Artenschutz geachtet werden. So ist z. B. das bekannte grüne Heupferd nach der Bundesartenschutzverordnung streng geschützt.
Pantherchamäleons decken den größten Teil Ihres Wasserhaushaltes durch das Auflecken der Sprühwassertropfen von Einrichtungsgegenständen und Pflanzen. Das Terrarium muss daher 1 – 2 x täglich mit einer Handsprühpumpe ausgiebig übersprüht werden. Hierzu sollte lauwarmes Wasser verwendet und Staunässe unbedingt vermieden werden. Durch den zeitweisen Einsatz einer Beregnungsanlage kann dieser Vorgang leicht automatisiert werden. Mit viel Geduld des Pflegers lassen sich die Tiere aber auch an das Trinken von einer Pipette oder Tropftränke gewöhnen. Um eine ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit sicherzustellen, sollte man diese Tiere 2 x in der Woche tränken.
Während Jungtiere und trächtige Weibchen von Furcifer pardalis täglich gefüttert werden sollten, kann man bei adulten Exemplaren ohne Probleme 1 bis 2 Fastentage pro Woche einlegen.
Terrarium / Einrichtung
Pantherchamäleons sollten stets einzeln gehalten werden. Aufgrund der unterschiedlichen max. Körpergröße von Männchen und Weibchen ergeben sich für die Tiere auch unterschiedliche Terrariengrößen.
Das Mindestgutachten für die Haltung von Reptilien sieht für diese baumbewohnenden Chamäleons die Formel 4 × 2,5 × 4 vor. Für Männchen mit einer durchschnittlichen KRL von ca. 25 cm ergibt sich daraus ein Terrarium mit den Maßen 100 × 62,5 × 100 cm (L x B x H) vor. Weibchen die eine Kopf-Rumpf-Länge von etwa 15 cm erreichen, sollten nach diesen Richtlinien ein mindestens 60 × 37,5 × 60 cm großes Terrarium bewohnen.
Der natürlichen Lebensweise dieser Tiere kommt allerdings ein höheres Becken entgegen. Im Terrarium nutzten die Tiere meist den gesamten Raum aus – und gehen als Baumbewohner natürlich bevorzugt in die Höhe. Neben vielen Klettermöglichkeiten in Form von verzweigten Ästen, Wurzeln, Lianen und feinen Zweigen sollten auch entsprechende Versteckmöglichkeiten für die Tiere vorhanden sein. Bei uns haben sich als Klettermöglichkeit vor allem die fein verzweigten Äste der Korkenzieherhasel bewährt. Aber auch Weinreben oder Korkäste werden von den geschickten Kletterkünstlern genutzt. Außerdem empfiehlt sich die Verkleidung der Rück- und Seitenwände des Terrariums. Durch Anbringung von Korkplatten können die Tiere diese als zusätzliche Aktionsfläche nutzen und fühlen sich durch den Sichtschutz zudem etwas sicherer.
Aufgrund des feuchten Klimas gedeihen auch echte Pflanzen in einem Terrarium für Pantherchamäleons sehr gut. Neben der schönen Optik tragen echte Pflanzen zum natürlichen Klima bei und bieten den Tieren die erforderlichen Kletter- und Versteckmöglichkeiten. Bei der Bepflanzung eines Terrariums sollte darauf geachtet werden, dass die gewählten Pflanzen keinerlei Dünger oder sonstige Schadstoffe enthalten. In einigen Terraristikfachgeschäften sind daher spezielle Terrarienpflanzen im Angebot. Neue Pflanzen immer mehrfach abduschen und die Blätter gut abwaschen. Es gibt außerdem einige Arten, die für die Tiere giftig sein können. Für Furcifer pardalis empfehlen wir z. B. Philodendron oder Ficus-Arten, kleinblättrige Rankpflanzen und Farngewächse. Neben der Efeutute können auch Sukkulenten, Bromelien oder Tillandsien eingesetzt werden.
Aufgrund der erhöhten Feuchtigkeit im Becken bringt man am besten zuerst eine Drainageschicht aus Blähton (Seramis oder Hydrokultur) ein. Darauf folgt der eigentliche Bodengrund: ein ca. 10 cm hohes Gemisch aus Torf und Sand, in welches die Pflanzen eingesetzt werden.
Mehrere Thermometer runden die Einrichtung des artgerecht eingerichteten Beckens ab. Am besten platziert man je ein Messinstrument an der wärmsten sowie an der kühlsten Stelle, sowie direkt unter dem Wärmespot. So hat man Kontrolle über alle nötigen Temperaturzonen. Ein Hygrometer dient zur Kontrolle über die Luftfeuchtigkeitswerte die während der Regenzeit zwischen 70 und 100% und während der Trockenzeit bei etwa 60% liegen sollten. Um diese Werte dauerhaft zu halten, sollte man über den Einsatz einer Beregnungsanlage nachdenken. Diese sprüht in gewählten Intervallen gleichmäßig das Terrarium mit einem feinen Sprühnebel ein, sodass sich auf den Einrichtungsgegenständen und Pflanzen Wassertropfen bilden, die bei Bedarf durch das Chamäleon aufgeleckt werden können. Alternativ kann das gesamte Terrarium aber auch mit einer handelsüblichen Blumensprühpumpe besprüht werden.
Der Einsatz eines Wasserfalls ist nur zu empfehlen, wenn dieser vom Chamäleon nicht zum Trinken genutzt wird. Das bewegte Wasser eines Wasserfalls wird von einigen Chamäleons als solches erkannt und somit getrunken. Da es aber nahezu unmöglich ist, einen Wasserfall täglich komplett und gründlich zu reinigen, sollte in solchen Fällen lieber auf den Einsatz verzichtet und das Tier anderweitig getränkt werden.
Beleuchtung / Klima
Um Pantherchamäleons gesund und artgerecht zu halten, ist das richtige Licht einer der wichtigsten Faktoren. Die Terrarienbeleuchtung hat in vielerlei Hinsicht Einfluss auf das Leben, das Verhalten und die Entwicklung der Tiere. In der Terrarienhaltung sind drei Facetten des Sonnenlichtes von Bedeutung: sichtbares Licht, infrarotes Licht und ultraviolettes Licht. Das „richtige“ Licht ist also leider nicht mittels einer einzelnen Lampe herzustellen. Denn vereinfacht gesagt, sollte es ausreichend Wärme, Helligkeit und dass richtige Spektrum bieten.
Für die Sonnen liebenden Pantherchamäleons besteht unserer Ansicht nach die ideale Beleuchtung aus einem HQI-Strahler für die Helligkeit, einem UV-Flächenstrahler fürs UV-Licht, sowie bei bedarf diverse Wärmespots als lokale Sonnenplätze.
UV-Beleuchtung
UV-B Strahlung ist für einen besonders wichtigen Stoffwechselprozesse der Pantherchamäleons Voraussetzung. Sie bewirkt, dass das für den Knochenaufbau und den Blutkalziumspiegel wichtige Vitamin D3 gebildet werden kann. Futterzusätze als alleinige Vitamin D3 Quelle reichen nicht aus und können allenfalls als sinnvolle Ergänzung gesehen werden. Mangelt es den Tieren an UV B Licht, sind schwerwiegende Stoffwechselerkrankungen (u. a. Rachitis) die Folge. Das fehlende Kalzium wird den Knochen entzogen und die fortschreitende Entmineralisierung des Körpers führt zu Knochenerweichungen. Die Tiere fangen an zu zittern, es kommt zu Knochendeformierungen und -brüchen und letztendlich zum qualvollen Tod des Tieres. Oft kann nur durch eine langwierige Behandlung das Leben des Tieres gerettet werden. Einmal aufgetretene Deformierungen sind jedoch irreparabel und bleiben dauerhaft bestehen.
UV-A Licht kann von Reptilien im Gegensatz zum Menschen wahrgenommen werden. Beim Einsatz von UV-A Licht können die Tiere ihre Umwelt besser wahrnehmen, sind aktiver, fressen besser und verpaaren sich unter umständen auch lieber.
UV-Flächenstrahler sind ideal, um Ihre Tiere regelmäßig extern, oder bei entsprechend großen Becken auch im Terrarium zu Bestrahlen und sie so mit den nötigen UV-Strahlen zu versorgen. Diese Lampen verfügen über ein integriertes Vorschaltgerät und können in jede handelsübliche E27 Porzellanfassung geschraubt werden. Die 300 Watt Flächenstrahler (z. B. Osram Ultra Vitalux, Sanolux) sollten nicht dauerhaft in Betrieb sein, da dies Schäden an Haut und Augen der Tiere verursachen kann. Tropische Tierarten wie das Chamäleon benötigen etwas weniger UVB-Strahlung als Wüstenbewohner, da das teilweise dichte Blätterdach vieler Regenwälder weniger direkte Sonnenstahlung durchlässt. Hier reicht der Einsatz eines Flächenstrahlers 2-3 x in der Woche. Die Beleuchtungsdauer sollte 30 Minuten nicht unterschreiten, da die Lampe alleine 15 Minuten benötigt, um die maximale UVB-Abstrahlung zu erreichen.
Der Abstand von der Lampe zum Tier sollte aufgrund der hohen Leistung 80 cm nicht unterschreiten. UV-Flächenstrahler sind daher nur in sehr großen Terrarien für eine feste Installation geeignet. Ist dies nicht möglich, können die Tiere auch außerhalb des Beckens mit UV-Licht versorgt werden. Setzten Sie das Chamäleon dazu einfach in eine Faunabox oder auf eine Zimmerpflanze und platzieren Sie den UV-Strahler in entsprechendem Abstand darüber. Hierzu kann man z. B. die Fassung einer Schreibtischlampe oder spezielle Klemmlampen verwenden. Bei einem offenen Terrarium kann die Lampe aber auch einfach darüber gehängt und mittels Zeitschaltuhr gesteuert werden. Bitte beachten Sie jedoch, das Glas UV-Licht filtert! Das Terrarium sollte also oben wirklich komplett offen oder aber mit einem UV-durchlässigen Gazetop versehen sein.
Pantherchamäleons sind tagaktiv und haben ein hohes Bedürfnis nach Helligkeit und Strahlungswärme. In der Natur suchen sie ihre Lebensräume nach der Intensität der Sonneneinstrahlung aus. Als Terrarienbeleuchtung empfehlen wir daher den Einsatz von HCI-Licht, welches eine sehr hohe Helligkeit bei niedrigem Energieverbrauch erzeugt. Dies erhöht sowohl die Aktivität als auch das Wohlbefinden und Fressverhalten der Tiere.
lokale Sonnenplätze
Chamäleons sind wechselwarme Tiere. Das bedeutet, ihre Körpertemperatur ist immer an die Umgebungstemperatur gebunden und sie sind somit auf äußere Wärmequellen angewiesen. Die Tiere sind nicht eigenständig in der Lage, z.B. durch das Verbrennen von Energie im Stoffwechsel die Körpertemperatur zu erhalten. Neben der UV-Beleuchtung und dem HQI – Licht sollte das Terrarium daher außerdem mit mindestens einem Wärmespot ausgestattet sein, der lokale Temperaturen von bis zu 40°C erzeugt und welchen die Tiere nach Bedarf aufsuchen bzw. meiden können. Im übrigen Terrarium sollten tagsüber Temperaturen von 24 – 32°C und Nachts von 20 – 24°C herrschen.
Beleuchtungsdauer
Die Beleuchtung sollte automatisiert über eine Zeitschaltuhr gesteuert werden, denn manuell ist nur schwer ein regelmäßiger Tagesablauf zu simulieren. HQI und Wärmespots sollten etwa 12 Stunden täglich in Betrieb sein, der UV-Flächenstrahler wird entweder regelmäßig hinzugeschaltet oder man bestrahlt die Tiere extern.
Luftfeuchtigkeit
Besondere Bedeutung hat bei der Haltung von Furcifer pardalis auch die Luftfeuchtigkeit. Das Terrarium muss mehrfach täglich ausgiebig übersprüht werden, um zum Einen die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen und zum Anderen dem Tier die Möglichkeit zum Trinken zu geben.
Auf Madagaskar und den Maskareneninseln (Réunion und Mauritius) herrscht ein geteiltes Klima. Steile Berghänge, die parallel zur Ostküste der Insel verlaufen, sorgen für das Abregnen der feuchten Luftströme. Die Niederschlagsmengen und auch die Anzahl der Niederschlagstage nehmen von Süden nach Norden rapide ab. Um das Klima möglichst exakt zu simulieren muss man also wissen, woher genau sein Tier stammt.
Die Verwendung von Nebelanlagen, Fasserfalle oder Wasserbehälter sind nicht zu empfehlen, da diese sehr große keim bzw bakterien träger sind. Deshalb empfehle ich niemanden diese bei Chameleons einzusetzen.
Eine lüftfeuchtigkeit von konstant 50% bis 80% sind ebenfals nicht ratsam. Es reicht vollkommen aus das 2 mal Täglich mit eine Sprüher das terra einzusprühen so das sich Tau auf den blettern/Pflanzen bildet, und nach kurzer zeit verdunstet sind. Das Terra muss nich timmer feucht gehalten werden, weil auch dadurch wieder Bakterien entstehen.
Winterruhe
Pantherchamäleons brauchen keine Winterruhe. Wichtig ist vielmehr die Simulation eines Jahreszyklusses, der dem jeweiligen Herkunftsgebiet des Tieres entspricht. Richtig gesteuerte Temperaturen, Regenzeiten, Luftfeuchtigkeitswerte und Tageslichtlängen wirken sich positiv auf die Vitalität und den Fortpflanzungstrieb der Tiere aus.

Zucht
Furcifer pardalis gehört zu den Arten, die nicht zuletzt wegen ihrer innerartlichen Aggressivität immer alleine in einem Terrarium gehalten werden sollten. Lediglich für den Versuch einer Paarung kann man das Weibchen zum Männchen setzten. Dabei sollte man aber insbesondere auf das Verhalten des Weibchens achten. Wird es aggressiv, verfärbt sich dunkel oder versucht sogar nach dem Männchen zu beißen, sollte man die Tiere besser sofort wieder trennen und den Paarungsversuch abbrechen.
Reagiert das Weibchen nicht aggressiv, beginnt das Männchen meist kurz nach der Vergesellschaftung mit einem beeindruckenden Imponiergehabe. Dabei präsentiert er unter heftigem Kopfnicken seine schönsten Farben und versucht oft schon nach kurzer Zeit das Weibchen in den Nacken zu beißen und von hinten zu besteigen.
Nach einer erfolgreichen Kopulation tragen die Weibchen die Eier meist noch einen Monat in sich, bevor die Eiablage am Boden des Terrariums erfolgt. Hierzu sollte man frühzeitig für einen geeigneten Eiablageort sorgen. Findet das Weibchen keinen ihr als geeignet erscheinenden Ort für ihre Eier, kann es zu einer Legennot kommen. Pantherchamäleons benötigen für die Ablage eine Stelle, an der sie mindestens 15 cm tief graben können. Das Substrat (am besten ein Gemisch aus Sand und Erde) sollte leicht feucht gehalten und eventuell von oben durch einen Strahler erwärmt werden. Es darf weder Staunässe entstehen, noch komplett austrocknen. Vor der Ablage führt das Weibchen mehrere Probegrabungen durch bis es seine durchschnittlich 20 – 30 Eier (maximal sogar bis zu 46 Eier) am Ende eines gegrabenen Ganges ablegt.
Sobald das Weibchen die Höhle wieder verschlossen hat, sollte man die Eier aus dem Terrarium entfernen und in einen Inkubator überführen. Dabei darf man die Eier keinesfalls drehen. Die Inkubationszeit kann selbst innerhalb eines Gelege stark variieren. Laut Litaraturangaben schlüpfen Pantherchamäleons nach 159- 362 Tagen.
Gruppenhaltung
Jungtiere von Furcifer pardalis können bis zu einem Alter von ca. 6 Monaten ohne Probleme in der Gruppe aufgezogen werden. Die Konkurrenz der Tiere untereinander sorgt in der Regel für eine reichliche Futteraufnahme und somit schnelle und gute Entwicklung. Die Futtertiere sollten allerdings regelmäßig mit Vitaminen und Kalzium angereichert werden, da die Jungtiere durch das schnelle Wachstum sehr anfällig für Mangelerscheinungen wie z. B. Rachitis sind. Als Futter eignen sich zunächst Springschwänzen und kleine Fruchtfliegen, mit zunehmender Größe der Chamäleons wachsen dann auch die Futtertiere. Für ein gesundes Knochenwachstum benötigen junge Pantherchamäleons außerdem von Anfang an eine ausreichende Versorgung mit UV-A und UV-B Strahlung.
Lebeswichtige Vitamine
Junge Jemenchamäleons müssen bis zum sechsten bis siebten Lebensmonat täglich gefüttert werden. Die Futtertiere sollten immer mit einem Mineralstoff- Vitaminpräparat bestäubt werden, ansonsten kommt es zu Mangelerscheinungen. Eine sehr häufig daraus resultierende Krankheit ist die Rachitis. Sie entsteht durch Vitamin D3 – und Calciummangel. Ein empfehlenswertes Bestäubungspräparat ist Korvimin. Es ist beim Tierarzt erhältlich. Zusätzlich kann noch Calciumpulver beigemischt werden.

